Digitale Bestandsplanung neu gedacht: W&Z Holzverarbeitung setzt auf Dietrich's

Anwenderbericht von Reinhard Weißer, W&Z Holzverarbeitung GmbH, Unterkirnach


Wie plant man einen komplexen Umbau, wenn der Bestand jahrzehntelang gewachsen ist und kein Bestandsplan der Realität entspricht? Das Team der W&Z Holzverarbeitung GmbH aus Unterkirnach hat sich genau diese Frage beim Projekt „Forelle" gestellt – und eine Antwort gefunden, die den Planungsprozess des Betriebs grundlegend verändert hat. Reinhard Weißer, Bachelor of Engineering in Holzbau und Ausbau, berichtet stellvertretend für sein Team, wie W&Z mithilfe von Laserscan und Punktewolke in Dietrich’s einen anspruchsvollen Bestandsumbau neu gedacht hat.


Der Ausgangspunkt: Ein Umbau, bei dem Bestand und Neubau unmittelbar aufeinandertreffen

Beim Projekt „Forelle" handelt es sich um einen umfangreichen Umbau eines bestehenden Gebäudes. Auf dem Programm stehen Ertüchtigungsmaßnahmen, neue Brettsperrholzdecken, Holzrahmenbauwände und eine komplett neu geplante Dachkonstruktion. Bestand und Neubau greifen hier unmittelbar ineinander – eine Konstellation, die hohe Anforderungen an die Arbeitsvorbereitung stellt.

„Genau solche Projekte machen deutlich, wo die Grenzen einer klassischen Bestandsaufnahme liegen“, erklärt Reinhard Weißer. „Die neu gefertigten Bauteile müssen später auf einen Bestand treffen, der über Jahrzehnte gewachsen ist. Dessen tatsächliche Geometrie weicht oft erheblich von vorhandenen Bestandsplänen ab.”

Die Frage war also nicht, ob man den Bestand aufnehmen muss – sondern wie man ihn wirklich kennenlernt.


Den Bestand nicht nur schätzen – sondern wirklich kennen

Die Entscheidung fiel für eine vollständige Laserscanner-Aufnahme des Gebäudes. Nach dem Import der Punktewolke in Dietrich’s stand dem Team von W&Z nicht nur eine Sammlung von Messpunkten zur Verfügung, sondern ein vollständiges digitales Abbild des Gebäudes.

„Der Unterschied zur klassischen Bestandsaufnahme war sofort spürbar“, sagt Weißer. „Früher hatten wir einzelne Maße, Fotos und Skizzen. Heute konnten wir den gesamten Bestand jederzeit im Büro betrachten und analysieren. Jeder Raum, jede Wand, jede Dachfläche und jedes tragende Bauteil war digital vorhanden und jederzeit nachvollziehbar.”

Diese permanente Verfügbarkeit des digitalen Bestands ist mehr als ein Komfortgewinn – sie verändert die Qualität der Planungsentscheidungen grundlegend. Denn wer den Bestand wirklich kennt, trifft bessere Entscheidungen.


Tragende Bauteile gemeinsam verstehen

Besonders deutlich wurde der Mehrwert zu Beginn der Planung: Gemeinsam mit dem Tragwerksplaner konnte das Team die vorhandene Konstruktion direkt anhand der Punktewolke analysieren. Tragende Wände, Decken, Unterzüge und konstruktive Elemente ließen sich wesentlich besser beurteilen als anhand von Skizzen oder Fotos.

„Das hat von Anfang an ein gemeinsames Verständnis des tatsächlichen Gebäudes geschaffen“, berichtet Weißer. „Gerade bei Bestandsprojekten, bei denen vorhandene Tragstrukturen erhalten, ertüchtigt oder in neue Konstruktionen integriert werden müssen, ist diese gemeinsame Planungsgrundlage von unschätzbarem Wert. Viele Fragestellungen konnten bereits im Büro geklärt werden, lange bevor die eigentliche Ausführungsplanung begann.”

Die Punktewolke wurde damit zur gemeinsamen Sprache zwischen Zimmerer, Planer und Tragwerksplaner – alle sprachen über dasselbe Gebäude, nicht über unterschiedliche Interpretationen davon.


Neue Konstruktionen direkt auf dem realen Bestand entwickeln

Der größte Mehrwert entstand während der eigentlichen Arbeitsvorbereitung. In Dietrich’s konnte das Team die komplette neue Holzkonstruktion unmittelbar auf Grundlage des digital erfassten Gebäudes entwickeln.

„Neue Holzrahmenbauwände wurden exakt an den vorhandenen Bestand angepasst. Die neuen Brettsperrholzdecken konnten sauber in die bestehende Gebäudestruktur integriert werden“, erklärt Weißer. „Wir arbeiteten nicht mit theoretischen Bestandsmaßen, sondern planten direkt auf der Realität.”

Schritt für Schritt entstand so ein vollständiges digitales Modell, in dem Bestand und Neubau miteinander verschmelzen. Nicht als Kompromiss zwischen Soll und Ist – sondern als präzises Abbild dessen, was tatsächlich gebaut werden soll.


Arbeitsvorbereitung ohne ständige Baustellenbesuche

Während der Arbeitsvorbereitung entstehen immer wieder Detailfragen: Wo liegt die Oberkante einer Bestandswand? Wie verläuft ein Unterzug? Welche Höhe besitzt eine vorhandene Decke wirklich?

„Früher bedeuteten solche Fragen häufig einen weiteren Termin auf der Baustelle“, sagt Weißer. „Mit der Punktewolke konnten wir viele dieser Informationen direkt im Büro überprüfen. Der digitale Bestand war jederzeit verfügbar. Wir konnten messen, kontrollieren, vergleichen und unmittelbar weiter konstruieren, ohne erneut vor Ort sein zu müssen.”

Gerade bei umfangreichen Umbauten spart das nicht nur Zeit – es sorgt auch für einen wesentlich ruhigeren und effizienteren Planungsprozess. Weniger Unterbrechungen, weniger Abstimmungsaufwand, mehr Planungstiefe.


Mehr Sicherheit für Fertigung und Montage

Im modernen Holzbau entscheidet die Qualität der Arbeitsvorbereitung unmittelbar über die Qualität der Ausführung. Je genauer die Planung, desto präziser funktionieren Abbund, Vorfertigung und Montage.

„Durch die Punktewolke konnten wir mögliche Konflikte bereits während der Konstruktion erkennen und lösen“, berichtet Weißer. „Bauteile wurden auf Grundlage der tatsächlichen Bestandssituation entwickelt und nicht anhand angenommener Maße. Das erhöht die Passgenauigkeit der vorgefertigten Elemente erheblich.”

Für die Monteure bedeutet das: weniger Überraschungen auf der Baustelle, weniger Nacharbeiten, ein deutlich reibungsloserer Bauablauf. Was in der Planung stimmt, stimmt später auch auf der Baustelle.


  • Fazit: Präzise Daten, handwerkliche Erfahrung – und ein neues Planungsverständnis

    „Das Projekt ‚Forelle’ hat eindrucksvoll gezeigt, welchen Mehrwert die Arbeit mit einer Punktewolke in Dietrich’s für die Arbeitsvorbereitung bietet“, resümiert Reinhard Weißer. „Für uns bestand der größte Vorteil nicht allein in einer präziseren Vermessung. Entscheidend war, dass der komplette Bestand jederzeit digital verfügbar war und direkt in den Planungsprozess eingebunden werden konnte.”

    Dadurch konnte das Team den Gebäudebestand gemeinsam mit dem Tragwerksplaner detailliert analysieren, tragende Bauteile sicher in die neue Konstruktion integrieren und sämtliche Anschlüsse bereits während der Planung entwickeln und überprüfen.

    Gerade bei anspruchsvollen Umbauten wie dem Projekt „Forelle" ist diese Arbeitsweise für W&Z Holzverarbeitung heute ein wesentlicher Bestandteil moderner Holzbauplanung – eine Verbindung aus präzisen digitalen Bestandsdaten und handwerklicher Erfahrung, die die Grundlage für wirtschaftliche, passgenaue und qualitativ hochwertige Ausführung schafft.


    Fortsetzung folgt

    Dieser Beitrag beschreibt die Planungsphase des Projekts „Forelle" – das Gebäude befindet sich aktuell noch in der Umsetzung. Wie die Planung in der Praxis funktioniert hat, ob die vorgefertigten Elemente so gepasst haben wie geplant und wie das fertige Gebäude am Ende aussieht, berichten wir, sobald das Projekt abgeschlossen ist.

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    Reinhard Weißer arbeitet bei der W&Z Holzverarbeitung GmbH in Unterkirnach. Er hat einen Bachelor of Engineering in Holzbau und Ausbau. Der Betrieb hat uns diesen Anwenderbericht sowie die Projektbilder aus dem Projekt „Forelle" freundlicherweise zur Verfügung gestellt.